Costa del Sol die Sonnenküste grenzt an Gibraltar

Palmenstrand-FotobuchDie Costa del Sol, auf deutsch Sonnenküste in Spanien, ist eine etwa 160km lange Küste in Andalusien. Sie grenzt im Westen an das Campo de Gibraltar, das ist die Mittelmeerküste der Provinz Cádiz und im Osten an die Costa Tropical in der Provinz Granada. Häufig wird die komplette Mittelmeerküste Andalusiens als Costa del Sol bezeichnet, stimmt jedoch nicht. Die Costa del Sol beschränkt sich nur auf die Küste der Provinz Málaga. Dabei wird der Abschnitt im Südwesten von Manilva (bei Estepona) bis Torremolinos (kurz vor der Hauptstadt) als „occidental“, der von Málaga bis Nerja als „oriental“ bezeichnet.


Schon in den 20er Jahren begann der Tourismus an der Costa del Sol. Der Grund hierfür war das sehr milde Klima quasi mit Sonnengarantie. Durch den Bergzug hinter der Küste ist die Costa del Sol vor den Winden vom Atlantischen Ozean geschützt. Dabei waren es wohlhabende Spanier, die sich hier einen Sommersitz bauten. Man suchte in den Fischerdörfern an der Küste nach Entspannung und vor allem nach schönen Wetter. In dieser Zeit entstanden die Landsitze, die heute noch in den ursprünglichen Teilen der Küstendörfer zu sehen sind, etwa in Benalmáden-Pueblo. Die ursprünglichen Ortschaften blieben bei dieser ersten Welle des Tourismus so wie sie waren erhalten, was daran lag, dass es sich nur wenige Spanier leisten konnten, sich hier ein Domizil zu bauen.
In den 60er Jahren wurde die Costa del Sol dann dadurch bekannt, als es immer mehr Filmschauspieler und Musiker an die Strände zog. Bekannte Beispiele sind Frank Sinatra und Liz Taylor. Sie kamen her, um die Ruhe und das hervorragende Klima der Urlaubsregion zu genießen, machten die Costa del Sol in Spanien dabei aber auch in Europa bekannt. In dieser Zeit begann nämlich auch die Reisewelle von Mitteleuropäern nach Süden. Viele kamen mit dem Auto bis nach Spanien. Zudem boten viele Fluggesellschaften plötzlich erschwingliche Flüge in diese Region an.
So entdeckte die Tourismusindustrie die Costa del Sol für sich. Es entstanden erste große Hotels und es wurden Pauschalreisen an die Strände angeboten. Der Bauboom wuchs ungebremst, Kontrolle war schon von Anfang an kaum möglich. Dazu kamen auch viele Politiker der Gegend, die durch Bestechungsgelder an dem Bauboom mit gewannen. So wurde jede auch noch so kleine Stelle bebaut, der irgendwie möglich war. Alle Ortschaften der Küste wurden von den Hotelburgen und Ferienanlagen teilweise überbaut. Manche Ortschaft entstand neu. Im Laufe der Zeit wuchsen die Ortschaften immer mehr zusammen. Das gilt vor allem für das Feriengebiet westlich von Malaga.
Mit dem Zerplatzen der Baublase wurde die Costa del Sol in eine schwere Krise gerissen. Viele Arbeitsplätze hingen von der Baubranche ab und gingen verloren. An vielen Baustellen wurde von heute auf morgen die Arbeit eingestellt. Scherzhaft sprechen die Leute davon, dass es hier so viele Baufahrzeuge geben würde, die niemanden mehr gehören würden, dass man sie nur holen bräuchte. Seitdem gibt es an der Costa del Sol eine sehr hohe Arbeitslosigkeit. Zudem sind viele Leute verarmt, weil sie ihr ganzes Geld in Ferienwohnungen investiert hatten, die von einem Tag auf den anderen nichts mehr wert waren. Viele dieser Wohnungen waren auch finanziert und sollten als Altersversorgung dienen.
Heute ist die Costa del Sol westlich von Malaga bis fast durchgängig nach Estepona bebaut. Fast überall wurden Hotels so gebaut, dass sie nicht in die Landschaft passen. Weiter im Hinterland entstand dazu ein Golfplatz nach dem anderen, bis heute über 80 an der Zahl. Das zieht wohlhabendere Besucher an, für die im Hinterland Landhäuser gebaut wurden. Östlich von Malaga ist es nicht ganz so schlimm, aber auch hier ist die Bebauung oft alles andere als schön.

Advertisements